1. November 2026
Arthrose bei Katzen – stille Schmerzen, die oft übersehen werden

Katzen sind Meister darin, Schmerzen zu verbergen. Was beim Hund als Hinken oder Lahmheit auffällt, zeigt sich bei der Katze meist subtiler: Sie springt seltener auf erhöhte Flächen, putzt sich weniger oder zieht sich zurück. Studien zeigen, dass über 60 Prozent der Katzen ab zehn Jahren röntgenologisch nachweisbare Arthrosezeichen haben – viele davon werden nicht behandelt.
Typische Anzeichen im Alltag
Verminderte Sprungbereitschaft – Sofa, Fensterbank oder Kratzbaum werden gemieden
Steifigkeit nach dem Aufstehen, besonders morgens oder nach längerem Liegen
Verändertes Putzverhalten – schwer erreichbare Stellen bleiben ungepflegt
Verstärkte Reizbarkeit oder Rückzug bei Berührung
Veränderte Nutzung der Katzentoilette – Ein- und Aussteigen fällt schwer
Diagnose und aktuelle Therapiemöglichkeiten
Die Diagnose erfolgt durch klinische Untersuchung und Röntgenaufnahmen. Die Behandlung ist individuell und kombiniert in der Regel mehrere Bausteine: Schmerzmedikation (NSAID oder neuere Wirkstoffe wie z.B. monoglonale Antikörper mit einer einmonatigen oder dreimonatigen Wirkungsdauer), Physiotherapie, Gewichtsmanagement und gezielte Supplementierung mit Gelenkknorpel-schützenden Präparaten.
Hinweis: Seit 2021 ist mit Solensia (Frunevetmab) ein monatlich injizierter Antikörper gegen Gelenkschmerzen bei Katzen zugelassen – eine gut verträgliche Alternative zur täglichen Tablettengabe.



